Meisterschüler bei Ulrich Baehr
Rainer Mörk geboren 1964 in Leonberg





„Ornament ist Verbrechen" - dieses Verdikt von Adolf Loos, 1910 ursprünglich gegen den Jugendstil gemünzt, würde heute heftigen Widerspruch auslösen, da viele Künstler auf der Suche nach der „autonomen" Malerei mit Streifen, Mustern und Rastern experimentieren.

Rainer Mörk, mit einer ausgeprägten Begabung für eine kraftvolle, kontrastreiche Farbigkeit ausgestattet, tut etwas Ähnliches, mit dem zusätzlichen Interesse für die raumschaffende Wirkung von Farbe. Eine Zeitlang hat er z.B. farbige Objekte angefertigt, denen Grundrisse von Architekturen zugrundelagen.
Ein derartiges geometrisches Zeichensystem war auch der Ausgangspunkt für seine gewitzte topografische Inszenierung im Stadtgebiet Hannovers 1991, wo er das Koordinatenraster des Stadtplanes mit blauen Markierungskreuzen auf den realen Stadtraum übertrug.

Ein unermüdlicher Experimentator, beschäftigt er sich inzwischen mit Bildserien, in denen er farbige Gitter übereinanderlegt, so daß untere Schichten wie durch Fenster sichtbar werden.

Daß sich bei der Vielfalt der Varianten weder Langeweile noch Überdruß am Dekorativen einstellen, dafür sorgen immer wieder überraschende Brüche im System und reizvolle Kollisionen der unterschiedlichen malerischen Textur, die er durch das Aufeinandertreffen von Lacken und wasserlöslichen Substanzen erzielt.
Auch das plastische Element kommt wieder zur Geltung, wenn er den Gitterstrukturen reliefartige, kurvige Ornamente unterlegt, die wie Kraftlinien die Farbschichtung in Schwingung versetzen.


Prof. Ulrich Baehr

1 Ohne Titel, 1993, Klebeband/Acryl auf Papier, 77 x 55 cm
2 Ohne Titel, 1993, Acryl auf Papier, 85 x 60 cm
3 Ohne Titel, 1993, Acryl auf Papier, 87 x 59 cm


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