Leonberger Amtsblatt vom 04.02.1999
Ausstellung Come Back
Vier Leonberger Künstler kehren zurück

Am Sonntag, 7. Februar, um 11.15 Uhr eröffnet die Stadt Leonberg ihre erste Kunstausstellung dieses Jahres in den Räumen des Leonberger Galerievereins e. V., Im Zwinger 7 (Nähe Marktplatz).

Dazu wurden die Künstler/innen Gudrun Brückel (geb. 1954) aus Dresden, Herbert Fritsch (geb. 1952) aus Stuttgart, Stefanie Hering (geb. 1967) aus Berlin und Rainer Mörk (geb. 1964) aus Hannover eingeladen.

Allen vier Künstlerinnen und Künstlern ist gemeinsam, dass sie erstmalig mit ihren Kunstwerken an ihren Geburtsort oder den Ort ihrer Kindheit und ersten künstlerischen Versuche zurückkehren. Die Ausstellungsbesucher erwartet also ein interessantes Come Back von früheren Freunden, Mitschülern oder Bekannten.

Zur Vernissage wird, nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Bernhard Schuler und dem Vorsitzenden des Galerievereins, Prof. Dr. Axel Kuhn, die Gerlinger Kunsthistorikerin Dr. Andrea Wolter-Abele in das Werk der vier Künstler einführen.

Auch sie ist in Leonberg zur Schule gegangen und war wie Rainer Mörk eine Schülerin des Bildhauers Max Schmitz.

Die drei Maler/innen verfolgen unterschiedliche Auffassungen: Gudrun Brückel, die an den Kunstakademien in Stuttgart und Berlin studiert hat, zeigt u. a. reliefhafte Papierarbeiten, die wie Relikte organischer Abläufe wirken, bei denen in einem natürlichen Kreislauf abgestorbenem Material Neues entspringt. In kleinformatigen Collagen verarbeitet sie Postkartengrüße aus ihrer Heimatstadt Leonberg.

Rainer Mörk, Absolvent und Meisterschüler der Freien Kunst an der FH Hannover läßt in seinen kraftvoll farbigen Leinwänden kontrastreich unterschiedliche malerische Texturen kollidieren. „Emotional geführte Farbspuren breiten sich zur Fläche aus, Kontrastfarben brechen diese auf und geben ihr eine scheinbare Tiefe, die uns in eine freie, von Zufällen geplante Gedankenwelt entführen.“ (A.Salfeld)

Herbert Fritsch lebt seit 1981 als freischaffender Maler in Stuttgart, nachdem er an der Uni Stuttgart Verkehrswesen studiert hatte und als Bibliotheksreferendar tätig war. Seine realistischen Bilder von Gras und Bäumen im Schnee, aber auch die Stilleben spüren ganz im Sinne der Romantik einer verborgenen Realität hinter dem Sichtbaren nach. "Seine Bilder sind gefährlich, trügerisch! Er ist ein Meister der Täuschung. Er besticht und lockt den Betrachter durch Klarheit, technische Perfektion, Nuancenreichtum, harmonische Farbgebung und manchmal durch schöne, ansprechende und angenehme
Motive." (F. Genkinger).

Verblüffender Kontrast zu den farbintensiven Bildern sind Stefanie Herings puristische Formschöpfungen aus weißem Porzellan. Frei, gedreht aus dem heiklen, feinkeramischen Rohstoff entstehen die fragilen Formen zwar aus einem Gebrauchszusammenhang heraus, haben aber einen gewissen Zug ins Extreme. Die ehemalige Warmbronnerin betreibt seit 1992, nach mehrjähriger Ausbildung in Töpfereien in Deutschland, Irland und Dänemark, sehr erfolgreich eine eigene Werkstatt in Berlin. Insider kennen ihre Arbeit aus den Jahresausstellungen in ihrer elterlichen Scheune in Warmbronn.

Die Ausstellung ist vom 7. 2. bis 14. 3. 1999 wie folgt geöffnet: Di. 15 -19 Uhr, Mi. 9 -11 Uhr, Do. 15-18 Uhr, Sa./So. 11-17 Uhr.


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