Leonberger Kreiszeitung vom 03.02.1999
Eine Rückkehr an die Stätte der Jugend
Im Leonberger Galerieverein eröffnet am Sonntag die Ausstellung „Come back"

LEONBERG - Nach der überaus erfolgreichen Ausstellung mit Werken von Fritz Winter eröffnet der Leonberger Galerieverein bereits am kommenden Samstag das nächste große Ausstellungsprojekt. Unter dem Titel „ComeBack" sind Werke von vier Künstlern zu sehen, die entweder in Leonberg aufgewachsen sind oder aber hier ihre ersten künstlerischen Versuche gemacht haben.

Von Stefan Bolz

Mit dem 1952 geborenen Maler Herbert Fritsch, der zwei Jahre jüngeren Malerin Gudrun Brückel, dem 35 jährigen Maler Rainer Mörk und der 32jährigen Keramikerin Stefanie Hering stellen beim Leonberger Galerieverein vier Künstler aus, die in ihren Werken sehr unterschiedliche Auffassungen von Kunst vertreten.

So bevorzugt Herbert Fritsch, der im bayerischen Binsenwang geboren wurde und in Leonberg seine Kindheit und Schulzeit verbrachte, einen realistischen Malstil. Ganz im Sinne der Romantik „spüren seine Bilder einer verborgenen Realität hinter dem Sichtbaren nach„.Fast wie Fotografien wirkend, transportieren seine Bilder von Gras und Bäumen im Schnee auch Stimmungen, die über das gegenständlich Dargestellte hinausgehen. Frisch studierte Raumordnung und Verkehrswesen an der Uni Stuttgart, machte drei Jahre lang ein Referendariat an wissenschaftlichen Bibliotheken und lebt seit 1981 als freischaffender Maler in Stuttgart.

Gudrun Brückel, 1954 in Leonberg geboren, hat sich unter anderem reliefartigen Papierarbeiten verschrieben. Farbe und Textur wirken „wie Relikte organischer Abläufe, bei denen in einem natürlichen Kreislauf abgestorbenem Material Neues entspringt": Die Künstlerin studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und an der Hochschule der Künste in Berlin, ehe es sie nach Dresden zog. In der sächsischen Landeshauptstadt lebt und arbeitet die 45 jährige heute.

In auffälligem Kontrast zu ihren Arbeiten stehen die Werke von Rainer Mörk. Für den ebenfalls in Leonberg geborenen Maler ist die Textur seiner Bilder besonders wichtig. Kraftvoll und kontrastreich bestechen sie durch ihre Farbigkeit, in der „unterschiedliche malerische Texturen kollidieren". Rainer Mörk lebt und arbeitet heute in Hannover, wo er an der FH Freie Kunst studierte. Als Meisterschüler von Professor Ulrich Baehr beendete er sein Studium 1995.

Ergänzt und kontrastiert werden die Bilder der drei Maler durch die Arbeiten von Stefanie Hering. Ihre puristischen Formschöpfungen aus weißem Porzellan wirken neben den farbintensiven Bildern kühl und
distanziert. „Fein gedreht aus dem heiklen, feinkeramischen Rohstoff
sind die fragilen Formen zwar aus einem Gebrauchszusammenhang heraus entstanden, haben aber einen gewissen
Zug ins Extreme". Die geborene Stuttgarterin, die in Warrnbronn und Leonberg aufwuchs, lernte ihr Handwerk in verschiedenen Töpfereien in Deutschland, Irland und Dänemark, ehe sie die Fachhochschule für Keramikgestaltung in Höhr-Grenzhausen besuchte. Seit 1992 betreibt sie eine eigene Werkstatt in Berlin.

Alle vier Künstler sind erstmals mit ihren Arbeiten in Leonberg zu sehen. Die Vernissage am Sonntag, 7. Februar, wird um 11.15 Uhr durch Oberbürgermeister Bernhard Schuler und den Vorsitzenden des Galerievereins, Professor Axel Kuhn, eröffnet. Im Anschluß will die Gerlinger Kunsthistorikerin Dr. Andrea Wolter-Abele in das Werk der vier Künstler einführen.

Das „Come Back" ist noch bis zum 14. März dienstags von 15 bis 19 Uhr, mittwochs von 9 bis 13 Uhr, donnerstags und freitags von 15 bis
18 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Öffentliche Führungen sind geplant am Sonntag, 21. Februar, 11.15 Uhr, am Dienstag, 2. März, 17.30 Uhr und am Sonntag, 14. März, 11.15 Uhr. Gruppenführungen (0 71 52/ 39 91 82) sind möglich.


Copyright by Rainer Mörk