Leonberg Kreiszeitung, lokale kultur vom 09.02.1999
Erstmals eine Ausstellung am Ort der ersten künstlerischen Versuche
Come Back: 4 Künstler kehren zurück zur Wurzel

Von Karl Geibel

Eine weitere Überraschung nach den großen Ausstellungen der beiden bekannten Leonberger Künstler, dem Maler Walter Blümel und dem Bildhauer Otto Baum im vergangenen Jahr im Galerieverein: Gudrun Brückel, Herbert Fritsch, Stefanie Hering und Rainer Mörk stellen erstmals in der Stadt aus, dem Ort ihrer Kindheit und ihrer ersten künstlerischen Versuche. Damals gefördert von den beiden Lehrern und Künstlern Max Schmitz und Ernst Bohn, die am Albert Schweitzer-Gymnasium künstlerische Wurzeln „pflanzten“ und jugendliche Kreativität entdeckten und pflegten.
Rainer Mörk (1964 in Leonberg geboren), studierte und lebt in Hannover. Die Kraft seiner Gemälde, in denen sich der Betrachter räumlich aufgenommen fühlen kann, entwickelt sich aus dem Spannungsfeld von Farbe und Forrn. Rhythmisch sind die Formen in der Nachbarschaft zueinander.
Die kraftvollen Farben, eigentlich kompromißlos in der Aussage, erleben durch eine technische Variante Vielgesichtigkeit und Vielschichtigkeit: Der verwendete Acryllack ergibt, in Schichten übereinander gemalt, interessante Schattierungen oder Schraffierungen Sparsam verwendete Linien verwischen nicht die sehr spontane „Handschrift" des Künstlers, gleich, ob es um Formen oder Farben geht.
Räumlichkeit entsteht auf dem zweidimensionalen Tableau, eine verwirrende Spannung zwischen vermeintlich bewußter Geometrie und vegetativer Farbkraft. Eine zweidimensionale Abstraktion mit plastischem Anspruch, mit Raumerlebnissen entsteht. Also eine eigene Wirklichkeitserfahrung ohne Sehnsucht nach Gegenständlichkeit. Das Tableau lebt.


Rainer Mörk: Starke Farbvielfalt und geometrische Kompositionen
Foto: Karin Rebstock

Copyright by Rainer Mörk