zurueck Hannoversche Allgemeine Zeitung/
Deisteranzeiger vom 15.12.2001
Präzision und Emotion

Rainer Mörk zeigt „Häuser und abstrakte Landschaften"

Saxofonklänge passen gut zu Rainer Mörks Bildern Das wurde bei der Eröffnung seiner Ausstellung „Häuser und abstrakte Landschaften" im Foyer des Martin-Schmidt-Konzertsaales schnell deutlich. Denn ähnlich den Klängen des Saxofonquartetts Bad Münder", das die Vernissage musikalisch umrahmte, erscheinen die Arbeiten des 1964 bei Stuttgart geborenen Künstlers nur kurzweilig cool und distanziert. Wenn der Betrachter die Ebene von Struktur und Geometrie verlässt und eindringt in die farbigen Flächenkompositionen, verlieren etwa gerade Linien und Proportionen an Dominanz und weichen einer immensen Leuchtkraft und Wärme.
Mörk, der bis 1993 freie Kunst an der Fachhochschule Hannover studierte und anschließend Meisterschüler von Ulrich Baehr war, hat auf der Suche nach seinem persönlichen Ausdruck eine ganz eigene Technik entwickelt. Er verarbeitet überwiegend auf Nessel Acryllack und erzielt damit an Aquarell erinnernde Wirkungen. Der lasurartige Lack deckt nicht vollständig ab, die weiße Grundierung der Leinwand scheint durch und wird zum Bestandteil der Komposition. „Das ist Licht von unten“ erklärt Rainer Mörk die auffällige Leuchtkraft seiner Farbflächen.

Maximal fünf Schichten trägt er auf und weiß sehr oft nicht ganz genau, was am Ende dabei herauskommt. Denn die Farben gehen durchaus auch einmal ihren eigenen Weg, verlaufen und bilden neue Farbgemeinschaften. Klarheit und Geometrie treten vor und auch hinter den so entstehenden Farbflächen in den Hintergrund.

Rainer Mörk zeigt seine Arbeiten zurzeit im Foyer des Konzertsaals.
Foto: Deppe

Mörks Bilder vereinen auf diese Weise klar durchkonstruierte Architektur und irrationale Farbklänge, Präzision und Emotion, Linie und Raumlosigkeit. Da schweben dann Häuser ohne Physiognomie über Farblandschaften, verliert sich der Betrachter in einer „Blume“ oder in einem Meer an „Türkis“. Und wenn Rainer Mörk auf Papier malt, lässt er sogar reliefartige Konturen entstehen, wie in diversen Bildern „ohne Titel". Gert Deppe

Die Ausstellung mit insgesamt 14 Arbeiten Rainer Mörks aus den Jahren 1995 bis 2000 ist bis zum 21. Januar 2002 montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr zu sehen.

Struktur im Farbraum:
„Schwebende Häuser". Das Bild besticht durch seine klare Geometrie und immense Leuchtkraft.

zurueck oben

Copyright by Rainer Mörk